Alle Artikel in: Film

Innerer Widerstand

Das iranische Kino hinterlässt erneut einen starken Eindruck bei der diesjährigen Berlinale. Sowohl in dem packenden Drama »A Ballad Of A White Cow« als auch in der surrealen Dystopie »Terminal District« standen die Filmemacher nicht nur hinter der Kamera, sondern haben tragende Rollen übernommen.

Nichts ist nackter als die Wahrheit

Mitten in der Pandemie hat der rumänische Regisseur Radu Jude eine Satire gedreht, die es in sich hat. Bei der digitalen Berlinale ist nun »Bad Luck Banging or Loony Porn« zu sehen. Darin tragen zwar alle Maske, die Gesellschaft wird dennoch auf einmalige Weise entblößt.

Bewegung nach rechts

Alice Diop fühlt bei der digitalen Berlinale der Grande Nation auf den Zahn. Für ihr Gesellschaftsporträt »Nous« hat die Tochter senegalesischer Einwanderer Franzosen getroffen, die an der Pariser Vorstadtlinie RER B leben.

Vertrauter Unbekannter

Die digitale Berlinale läuft und die ersten Beiträge mit deutscher Beteiligung waren zu sehen. In Maria Schraders Satire »Ich bin dein Mensch« trifft eine erfolgreiche Wissenschaftlerin auf den Algorithmus ihrer Träume. In Anne Zohra Berracheds Drama »Die Welt wird eine andere sein« wirkt ein Vertrauter aus ganz anderen Gründen fremd.

Favoriten der Berlinale 2021

Die digitale Berlinale läuft, Branche und Medien streamen im Heimkino in Etappen das diesjährige Programm. In dieser Galerie, die laufend ergänzt wird, stelle ich meine Favoriten der außergewöhnlichen Berlinale 2021 vor.

Erinnerungen an einen Besessenen

Bettina Böhlers Filmbiografie »Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien« ist eine materialreiche Hommage an den engagierten Künstler und Freund Christoph Schlingensief. Ein Jahr nach der Premiere auf der Berlinale ist der Film nun für das Heimkino erhältlich.

Die dunkle Seite Indiens

2008 erhielt der damals 33-jährige Journalist und Schriftsteller Aravind Adiga in London für seinen Debütroman »Der weiße Tiger« den wichtigsten britischen Literaturpreis. Was sich wie die Vorlage für ein Drehbuch las, war offenbar doch nicht so einfach zu verfilmen. Nun läuft »Der weiße Tiger« auf Netflix.

Heimkinogold

Das Kinojahr 2020 war geprägt von Schließungen, viele Filme liefen gar nicht oder nur kurz auf der großen Leinwand. Wer sicher gehen wollte, blieb im Heimkino. Das wird auch für Anfang 2021 gelten. Wir haben unser zehn Heimkino-Favoriten aus dem zu Ende gehenden Jahr versammelt, die auch als Geschenk unter dem Baum einen guten Eindruck machen.

Vom Wüten des Menschen

Jahrelang sind Jennifer Baichwal, Nick de Pencier und Edward Burtynsky mit ihrer Kamera losgezogen und haben festgehalten. wie sich der Mensch die Erde Untertan macht. Mit »Die Epoche des Menschen« haben sie ihre eindrucksvolle Anthropozän-Trilogie beendet und ihr umfassendes Projekt abgeschlossen.

Maradona

Gottes Fuß und Teufels Hand

Er bekam den Beinamen »Die Hand Gottes«, dabei war sein linker Fuß der göttliche Teil seines Körpers. Maradona hat selbst Legenden wie Pélé oder Franz Beckenbauer in den Schatten gestellt, er verkörperte Zeit seins Lebens Genie und Wahnsinn. Das belegt die Filmbiografie »Diego Maradona. Rebell. Held. Gott.«, die noch einmal seine besten Jahre als Fussballer in den Blick nimmt.

Verhängnisvoller Husten

Fast alles in »Pandemie« ist drastisch überzeichnet. Und dennoch tragen weder das Szenario noch die Tatsache, dass es zufällige Parallelen zwischen Film und Gegenwart gibt, zur Beruhigung bei. Selbst der brennende Höllenschlund im Stadion von Bundang, wo die Leichen der Pandemie verbrannt werden, findet eine Entsprechung in den knapp eine Million Toten weltweit seit Beginn der Corona-Pandemie. Corona-Leugner werden genug Versatzstücke finden, um sich in ihren kruden Theorien bestätigt zu fühlen. Dass in der südkoreanischen Stadt am Ende nicht das Recht des Stärkeren regiert, sondern politische Besonnenheit und wissenschaftliche Vernunft für stabile Verhältnisse sorgen, wird sie nicht interessieren.