Alle Artikel in: Film

Amy Adams in »At the Sea« von Kornél Mundruczó | © 2026 ATS Production LLC

Berlinale 2026: Warten auf einen Höhepunkt

Zur Halbzeit der 76. Berliner Filmfestspiele dominiert im Kinosaal das übergreifende Thema Familie. Vor den Kinos tobt eine politische Debatte. Die bislang gezeigten deutschsprachigen Beiträge haben einen überzeugenden Eindruck hinterlassen, eine echte Konkurrenz wollte in dem bislang allenfalls soliden und an Höhepunkten armen Wettbewerb noch nicht entstehen.

Sandra Hüller in »Rose« von Markus Schleinzer | © 2026_Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

Berlinale 2026: Rose

Das Ende des dreißigjährigen Krieges bildet den Hintergrund von Markus Schleinzers historisches Gender-Drama »Rose«. Sandra Hüller spielt darin eine Frau, die sich nach dem Krieg als Mann ausgibt und in einem deutschen Dorf niederlässt. Eine queere historische Geschichte erzählt auch Kai Stänickes Debütfilm »Der Heimatlose«.

Tansu Biçer, Özgü Namal in »Gelbe Briefe« von İlker Çatak | © Ella Knorz_ifProductions_Alamode Film

Berlinale 2026: Gelbe Briefe

Mit »Das Lehrerzimmer« hat es der deutsch-türkische Filmemacher Ilker Çatak bis zu den Oscars geschafft. Auf der diesjährigen Berlinale stellt er seinen neuen Film »Gelbe Briefe« vor, der schon im März in die Kinos kommt. Er handelt von einem Künstlerpaar in einer Gesellschaft, in der die Räume immer kleiner werden.

Anwar Hashimi, Shahrbanoo Sadat in »No Good Men« von Shahrbanoo Sadat | © Virginie Surdej

Berlinale 2026: No Good Men

Mit dem politischen Drama »No Good Men« der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat startete am Donnerstagabend die 76. Berlinale. Im Mittelpunkt steht eine Kamerafrau, die in der patriarchalen Gesellschaft ihren Weg geht. Insgesamt konkurrieren 22 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären.

Ella Øverbye und Selome Emnetu in »Träume« von Dag Johan Haugerud | © Motlys

Träume, Liebe und Begehren

Dag Johan Haugerud hat mit den Filmen »Liebe«, »Sehnsucht« und »Träume« eine beeindruckende Filmreihe über die Lust auf Berührung geschaffen. Der Abschlussfilm der »Oslo-Trilogie« gewann im Frühjahr den Goldenen Bären bei der Berlinale, jetzt sind alle drei Filme in den Kinos zu sehen.

Mikey Madison in Sean Bakers »Anora« | © Universal Pictures

Sean Bakers »Anora« dominiert Oscars

Die Geschichte eines amerikanischen Escort-Girls, das sich gegen die Familie eines russischen Oligarchensohns durchsetzt, gewinnt fünf Oscars. Adrien Brody gewinnt mit Brady Corbets Holocaust-Survivorstory »The Brutalist« seinen zweiten Oscar. Der erschütternde Film »No Other Land« über die rücksichtslose Zerstörung palästinensischer Dörfer im Westjordanland durch das israelische Militär wurde als beste Dokumentation ausgezeichnet.

Ella Øverbye, Selome Emnetu in »Dreams (Sex Love)« von Dag Johan Haugerud | © Motlys

»Dreams (Sex Love)« gewinnt Goldenen Bären

Das Liebesdrama »Dreams (Sex Love)« des Norwegers Dag Johan Haugerud ist völlig zurecht zum besten Film der 75. Berlinale gekürt worden. Damit gewann nach zwei Jahren erstmals wieder ein Spielfilm das Rennen um den Goldenen Bären. Auch bei den Silbernen Bären hat die Jury viele gute und nachvollziehbare Entscheidungen getroffen.