Marie Kreutzer: Der Boden unter den Füßen | © Juhani Zebra / Novotnyfilm

Lola rennt im Hamsterrad

Die Österreicherin Marie Kreutzer ist mit »Der Boden unter den Füßen« im Wettbewerb vertreten. Ihr Film porträtiert eine Unternehmensberaterin und ihren Berufszweig. Der stellt sich als genauso trist wie man ihn immer vermutet hat heraus.

Nora Fingscheidt: Systemsprenger © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Schrei nach Liebe

Nora Fingscheidt feiert mit »Systemsprenger« ein beeindruckendes Spielfilmdebüt auf der Berlinale. In ihrem Beitrag porträtiert sie ein wildes Mädchen, für das in den etablierten Kinder- und Jugendhilfestrukturen kein Platz ist.

Lone Scherfig: The Kindness of Strangers | © Per Arnesen

Unerhoffte Hilfe

Lone Scherfigs »The Kindness of Strangers« hat die 69. Berlinale eröffnet. Darin erzählt sie, wie eine junge Mutter mit ihren Kindern vor dem gewalttätigen Ehemann abhaut und Hilfe findet, wo sie sie nicht erwartet hat.

Adam Driver stars as Flip Zimmerman and John David Washington as Ron Stallworth in Spike Lee’s BlacKkKLansman, a Focus Features release.
Credit: David Lee / Focus Features

Ein weißer Schwarzer

Er gilt als wütendes enfant terrible des Black New Cinema. Spike Lee ist mit »BlackKklansman« eine fulminante Rückkehr auf die Hauptbühne des amerikanischen Kinos gelungen, nachdem bereits der Abgesang auf ihn gesungen war.

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Von Brüssel über Rummelsdorf nach Berlin

Zum 80. Geburtstag von »Spirou und Fantasio« erscheinen die gesammelten Werke von André Franquin und Jean-Claude Fournier in edler Aufmachung. Der französische Zeichner Émile Bravo führt in einer Spezialreihe zurück zu den Anfängen des Magazins, der deutsche Zeichner Flix steuert der Erzählung ein Wende-Abenteuer bei.

Vittorio De Sica, Roberto Rossellini und Federico Fellini am Set |Foto: piervincenzocanale via Flickr  (CC BY 2.0)

Realismus des Persönlichen

Federico Fellinis filmisches Werk ist ein Stand-Alone und hat zahlreiche Nachahmer gefunden. Woody Allen, Pedro Almodóvar, Martin Scorsese, Andrej Tarkovskij, Tim Burton, David Lynch, Alejandro Jodorowsky, Terry Gilliam und Paolo Sorrentino sind nur einige, die sich von seinen Filmen haben inspirieren lassen. Fellinis wichtigste Werke wurden anlässlich des 25. Todestages in einer DVD-Box zusammengetragen.

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Roulette des Lebens

540 Seiten avantgardistische Comiclektüre – mit zwanzigjähriger Verspätung erscheint mit »Der Schwindler« Pascal Rabatés Durchbruch als Comiczeichner. Dieser stilistisch betrachtete Ausreißer im Gesamtwerk des Franzosen ist das eindrucksvolle Porträt eines eigensinnigen Glücksritters im zaristischen Russland und zugleich ein schonungsloses Psychogramm der postrevolutionären russischen Gesellschaft.

Black-Panther-Titel

Ein Spiegel unserer Zeit

Der amerikanische Essayist Ta-Nehisi Coates ist hierzulande vor allem für seine kritischen Texte zum US-amerikanischen Rassismus bekannt. Nur wenige wissen, dass er auch der Kopf hinter der erfolgreichen »Black Panther«-Erzählung ist. Mit ihr hält er weißen Isolationisten den Spiegel vor.

© 2016 Universal Pictures

Der Rassismus unter der Haut

Jordan Peele ist mit seinem erstklassigen Horrorfilm »Get Out« ein Genrefilm zum Thema Rassismus gelungen, der im amerikanischen Kino bislang einzigartig ist. Dafür erhielt er bei den diesjährigen Academy-Awards den Oscar für das Beste Drehbuch.

Philipp Weiss | Foto: Helmut Lackinger

»Jede Reduktion muss scheitern«

Philipp Weiss ist eine Art österreichisches Pendant zu Dietmar Dath, Genialität und Wahnsinn liegen bei ihm nah beieinander. Gelangweilt von der besten aller Welten debütiert der Wiener Schriftsteller mit einem fünfhändigen Romanzyklus »Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen«. Ein Gespräch über grenzenloses Schreiben, die gestaltende Kraft des Menschen und den Wert der Wissenschaft.

1. Frau im Verbrannten Land, Madagaskar, 1994; 2. Hugo Ramirez, Mexicali, Mexiko, 2005 | Fotos: William T. Vollmann

Der Armut auf der Spur

Der amerikanische Kultautor William T. Vollmann erkundet in seinen Reportagen das Schicksal armer Leute. Sein eigener Eindruck reicht ihm nicht, wie ein Wissenschaftler löchert er die Menschen, denen er begegnet. Nicht, um eigene Bilder zu bestätigen, sondern um sich überhaupt erst ein Bild zu machen. Wir profitieren davon.

Titelbild-Adam-und-Eva

Der mächtigste Mythos der Menschheit

»Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.« Stephen Greenblatt entfaltet in »Die Geschichte von Adam und Eva« ein weites kulturhistorisches Panorama abseits des historischen Mythos, mit dem er den Kern der biblischen Geschichte wie die verschiedenen Interpretationen der Geschichte der ersten Menschen freilegt.

US-Präsident Barack Obama während seiner Rede zur Lage der Nation vor dem 111. Kongress am 27. Januar 2010 (Audioaufnahme); im Hintergrund Vizepräsident Joe Biden (in seiner Rolle als Senatspräsident) und Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses.

Wider die Unfreiheit, über Rasse zu sprechen

Ta Nehisi-Coates liefert mit »We were eight years in power» den überfälligen Klartext zum tief verwurzelten Rassismus in den USA, der während der achtjährigen Amtszeit von Barack Obama Schwung holte, um umso radikaler zurückzukommen. Diese »amerikanische Tragödie« beeindruckt in ihrer unwiderstehlichen Argumentation und bestechenden Logik. Ohne Zweifel eine der wichtigsten Analysen der jüngsten US-amerikanischen Geschichte.