Autor: Thomas Hummitzsch

Santiago Sandoval Carbajal in »Heroico« von David Zonana | © Teorema

Die Angst haben

Mit dem Krieg in der Ukraine geht auch eine Militarisierung der Welt einher. Der Italiener Giacomo Abbruzzese und der Mexikaner David Zonana gehen in ihren Filmen dieser befremdlichen Entwicklung nach und zeigen, was die Erfahrung von Gewalt mit Menschen macht.

Vicky Krieps in »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« von Margarethe von Trotta | © Wolfgang Ennenbach

Rom antwortet nicht

Übermorgen wird die große deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta 81 Jahre alt. Im Wettbewerb der 73. Berlinale ist vorher ihr Spielfilm »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« zu sehen, der die Beziehung von Max Frisch und Ingeborg Bachmann in den Blick nimmt.

Mwajemi Hussein in »The Survival of Kindness« von Rolf de Heer | © Triptych Pictures

Den Tod im Nacken

Der australische Filmemacher Rolf de Heer geht mit einem gleichermaßen avantgardistischen wie radikalen Film in den Wettbewerb. »The Survival of Kindness« ist eine nachdenkliche Allegorie auf die rassistischen Verhältnisse der Welt.

Reyhaneh Jabbari: Sieben Winter in Teheran von Steffi Niederzoll | © Made in Germany

Unbeugsamer Widerstand

Steffi Niederzolls bedrückender Dokumentarfilm »Sieben Winter in Teheran« eröffnet die Perspektive Deutsches Kino auf der 73. Berlinale. Er ist ein erster Höhepunkt auf einem Festival, das sich besonders der Situation in der Ukraine und im Iran widmen will.

Peter Dinklage in »She Came to Me« von Rebecca Miller | © Protagonist Pictures

Keine Seifenoper

Rebecca Miller eröffnet mit einer klugen Komödie die 73. Berliner Filmfestspiele. »She Came To Me« ist eine amüsante Reise durch die Neurosen der Boomer hin zur gelassenen Klugheit der Gen Z.

Jalyn Hall als Emmett Till in »Till – Kampf um die Wahrheit« von Chinonye Chukwu | © Universal

Brutale Wahrheit

Die nigerianisch-amerikanische Regisseurin Chinonye Chukwu setzt in ihrem ebenso bedrückenden wie bewegenden Drama »Till – Kampf um die Wahrheit« der vergessenen Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Mamie Till Mobley ein Denkmal. Parallel zu ihrem Film ist ein mehrfach ausgezeichneter Bildband erschienen, in dem der Fotograf Bob Newman dem langen Schatten des Lynchmords an Emmett Till nachgeht. Auch Percival Everett greift in seinem aktuellen Roman »Die Bäume« die Ereignisse um die Ermordnung von Emmett Till auf.

Riad Sattouf ist Jubiläumssieger von Angoulême

Der französische Comiczeichner Riad Sattouf erhält den Großen Preis von Angoulême. In der Abstimmung unter Comic-Schaffenden setzte er sich beim Jubiläumsfestival gegen seine Landsfrau Catherine Meurisse und die US-amerikanische Zeichnerin Alison Bechdel durch. In seinem Werk betrachtet er die Welt mit kindlichem Blick und großer Leichtigkeit.

Vicky Krieps in »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« | © Wolfgang Ennenbach

Berlinale 2023: Avantgarde statt Blockbuster

Insgesamt 18 Filme werden bei der 73. Berlinale im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren, allein fünf Filme kommen von deutschen Filmemacher:innen. Margarethe von Trotta kehrt nach Jahrzehnten zum Festival zurück. Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg wird den diesjährigen Ehrenbären erhalten.

© Thomas Hummitzsch

Die Tyrannei der Sprache

Postkoloniale Literaturen haben das Zeug, unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst nachhaltig zu verändern. Bei ihrer Entstehung greifen aber oftmals Kräfte, die in der literaturkritischen Reflektion selbst kaum beachtet werden. Sie spiegeln in sich die Verhältnisse, aus denen sie hervorgegangen sind.

© Thomas Hummitzsch

Beglückende Seufzer

Rudolph und Gustav Dirks sind die ersten deutschen Comicpioniere, denen der Durchbruch in Amerika gelungen ist. Die umwerfende Monografie »Katzenjammer« lädt nun dazu ein, ihr bahnbrechendes Werk mit allen Hintergründen wiederzuentdecken.