Andreas Kleinert präsentiert den Dichter und Filmemacher Thomas Brasch so, wie er war. Radikal, direkt, unangepasst. »Lieber Thomas« ist der perfekte Film in angepassten Zeiten. Albrecht Schuch brilliert darin als Charakterdarsteller obersten Ranges.
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Punktlandung mit Nobelpreisträger
Abdulrazak Gurnahs Roman »Das verlorene Paradies« erscheint pünktlich zur Nobelpreisverleihung in neuer Auflage. Der Roman bildet damit den Anfang einer Neuausgabe von Gurnahs Werk im Penguin-Verlag.
WeiterlesenKrieg ist Frauensache
Mit »Asterix und der Greif« schließen Jean-Yves Ferri und Didier Conrad an die frühen gallischen Abenteuer an. Während die Verbreitung von Verschwörungstheorien Berücksichtigung findet, findet die Debatte um Geschlechterrollen trotz Matriarchat wenig Niederschlag.
WeiterlesenPrix Goncourt und Booker Prize prämieren afrikanische Literatur
Der Senegalese Mohamed Mbougar Sarr hat den Prix Goncourt, der Südafrikaner Damon Galgut den Booker Prize gewonnen. Damit gingen die renommierten Preise für den besten französisch- und englischsprachigen Roman an Autoren, die über afrikanische Themen schreiben. Vor wenigen Wochen erst wurde der auf Sansibar geborene britische Schriftsteller Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
WeiterlesenUnbequemer Stilist
Er war einer der größten deutschen Stilisten, ein radikaler Dichter und außerordentlicher Filmemacher, der weder sich noch seine Umwelt schonte. Heute vor zwanzig Jahren starb der Schriftsteller Thomas Brasch, dessen Literatur noch heute vor Kraft strotzt.
WeiterlesenDer blutige Geschmack von Rache
Park Chan-wooks grandiose Rachetrilogie liegt endlich digital überarbeitet in prachtvoller Ausstattung vor. Der Höhepunkt der Filmreihe ist zweifellos Cannes-Gewinner »Oldboy«, die »Vengeance«-Filme zeigen aber, wie tief sich der südkoreanische Meisterregisseur in das Thema eingearbeitet hat.
WeiterlesenFaschistische Machtergreifung
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde wieder über rechte Verlage diskutiert und das Argument der Meinungsfreiheit vorgetragen. Dabei geht es den neuen Faschist:innen nicht um Diskurs. Sie wollen Debatten kapern und Angst schüren. Auf welche Strategien sie dabei zurückgreifen, führt Christian Schwochow in »Je suis Karl« vor Augen. Der Film erzählt in brachialen Bildern von der faschistischen Unterwanderung unserer Gesellschaft – bis zum bitteren Ende.
WeiterlesenVerloren unter Kiefern
Bianca Schaalburg geht in ihrem Graphic Memoir »Der Duft der Kiefern« den Biografien ihrer Ahnen auf den Grund und findet die Schattenseiten einer verschwiegenen Geschichte.
WeiterlesenMedialer Kurzschlussaktivismus
Die Debatte um den Boykott der Frankfurter Buchmesse durch Jasmina Kuhnke und andere Autor:innen zeigt, wie es um die Kräfteverhältnisse in Redaktionen bestellt ist. Es waren vor allem die Positionen von gut situierten, weißen Männern, die die Debatte in eine bestimmte Richtung lenkten. Betroffene und BIPOCs wurden kaum gehört, die tatsächliche Bedrohung von rechts spielte kaum eine Rolle.
WeiterlesenNur ein Stück Fleisch
Die diesjährige Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga beschreibt im dritten Roman ihrer Trilogie den weiblichen Körper als Schlachtfeld gesellschaftlicher Verteilungskämpfe. Dass die Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge erscheinen, ist bedauerlich, denn aus der hoffnungsvollen Hauptfigur des Debüts »Aufbrechen« ist inzwischen eine verbitterte Frau geworden, die in Simbabwes Hauptstadt in existenziellen Nöten lebt. Wie genau es dazu gekommen ist, wird in »Überleben« nur angedeutet. Die Strahlkraft dieser Literatur bleibt davon unberührt. Dangarembga erschließt eine Welt, von der wir viel zu wenig wissen.
WeiterlesenHot Shit oder: Plädoyer für die Auslage in der Wursttheke
Liest Du noch oder liegst Du schon? Diese Frage kommt meistens nach einer Buchmesse auf, ganz egal, ob sie in Leipzig oder Frankfurt steigt. In ihr drückt sich die beseelte Erschöpfung ob des Büchermarathons aus, den man hinter sich hat. Mir stellt sie sich in diesem Jahr schon vor der Messe. Denn das Karussell des Literaturbetriebs ist eine Zumutung.
WeiterlesenSprache in zänkischen Zeiten
Antje Rávik Strubel bezieht bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises Position im Meinungsstreit um Fragen von Benennungen und Bezeichnungen. Ihre Dankesrede war ein Plädoyer für die Offenheit und Beweglichkeit der Sprache. Um eine Normalität greifen zu können, die normal ist, weil sie ist und nicht weil sie gut oder schlecht ist.
WeiterlesenÖlige Antikörper
Julia Ducournaus Cannes-Sieger »Titane« ist ein brutales Drama, das die Grenzen von Gender und sexueller Identität in Körperhorror auflöst. Ein Horrorfilm, wie von vielen attestiert, ist es dennoch nicht.
WeiterlesenKinder mit Star-Appeal
Taiyo Matsumoto ist ein außergewöhnlicher Manga-Zeichner, dessen Herz insbesondere für Kinder schlägt. Sein Meisterwerk, die sechsteilige Kinderheim-Serie »Sunny«, ist der beste Beweis. Dank engagierter Comicverlage können seine magisch-realistischen Werke auch über »Sunny« hinaus endlich auch hier entdeckt werden.
WeiterlesenNicht nur literarisch Nachholbedarf
Die Auszeichnung des Tansaniers Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis hat den deutschen Literaturbetrieb auf dem falschen Fuß erwischt. Die weitgehende Unkenntnis von Autor und Werk zeigt nicht nur, dass die deutschsprachige Literaturlandschaft zu westlich orientiert ist, sondern macht auf ein viel grundsätzlicheres Problem der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte aufmerksam.
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