Die Autorin und Filmemacherin Grit Lemke beleuchtet in ihrem neuen Film »Bei uns heißt sie Hanka« die sorbische Identität abseits der Folklore. Ihr autobiografisch grundierter Dokumentarfilm macht die Tradition und Gegenwart des wendischen Lebens auf ansteckende Weise greifbar.
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Haltung oder: Eindeutig uneindeutig
Der 7. Oktober 2023 hat nichts unversucht gelassen, Hoffnung zu begraben und Mutlosigkeit in die Welt zu tragen. Marko Martin aber will sich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht nehmen lassen. In »Und es geschieht jetzt« bemüht er sich, inmitten dieses Irrsinns seinen Überzeugungen einer zugewandten, einer emphatischen Welt gerecht zu werden.
WeiterlesenAusgezeichnet übersetzt
Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurden nicht nur der Deutsche Buchpreis, sondern auch zahlreiche andere Preise vergeben. Zu den Ausgezeichneten gehören auch einige Übersetzer:innen. Ein willkommener Anlass, den Blick auf die diesjährigen Übersetzerpreise und ihre Preisträger:innen zu lenken.
WeiterlesenDer Lauf der Gewalt
Clemens Meyer hat ein Epos über die Brutalität des 20. Jahrhunderts geschrieben. In »Die Projektoren« verdichtet er die grausame Wirklichkeit mit Witz und Fantasie – und bändigt so das Chaos der Welt. Auch ohne Deutschen Buchpreis ist dieser Roman ein Solitär.
WeiterlesenDeutscher Buchpreis 2024 geht an Martina Hefter
»Hey guten Morgen, wie geht es Dir?« von Martina Hefter ist der deutsche Roman des Jahres. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wurde die in Leipzig lebende Autorin im Frankfurter Römer ausgezeichnet. Hefter wird im November auch mit dem Großen Preis des deutschen Literaturfonds 2024 ausgezeichnet.
WeiterlesenHan Kangs Prosa ist intensiv und poetisch
Die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang wird mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet, weil sie in ihrem Werk »die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens aufzeigt«. Damit geht der Preis zum ersten Mal überhaupt nach Südkorea. Die Autorin des Weltbestsellers »Die Vegetarierin« ist die achtzehnte Frau, die den Preis erhält.
WeiterlesenDie Verpanzerung aufbrechen
Die globale Linke hat nur noch wenig für das einstige linke Vorzeigeprojekt Israel übrig. Der Gegenwartskritiker Jens Balzer ist sich sicher, dass sich die radikalen Teile der postkolonialen und queerfeministischen Kreise in den binären Weltbildern verrannt haben, gegen die sie einst angetreten sind.
WeiterlesenÜbersetzen übersetzen
Am 30. September wird der Hieronymustag als Internationaler Übersetzertag gefeiert. Dabei ist den Übersetzenden in Deutschland schon lange nicht mehr nach Party zumute. Miserable Honorare, prekäre Verhältnisse, fehlende Sichtbarkeit und die künstliche Intelligenz sind strukturelle Bedrohungen einer Branche, die am seidenen Faden des Idealismus derjenigen hängt, die uns die Weltliteratur erschließen. Versuch einer Bestandsaufnahme.
Weiterlesen»Ich jongliere immer mit zehn Projekten gleichzeitig«
Odile Kennel (57) ist nicht nur anerkannte Lyrikerin und Autorin, sondern auch eine geschätzte Übersetzerin, die Lyrik aus dem Französischen, Portugiesischen, Spanischen und Englischen übersetzt. Sie begreift sich als im »Großraum Sprache« beheimatet, entsprechend trennt sie weder die eine Tätigkeit von der anderen, noch Leben von Arbeit. Übersetzen, reisen, lesen, moderieren, netzwerken gehen bei ihr Hand in Hand. Dennoch fehlen ihr kreative »Autragsübersetzungspausen« sowie eine Anerkennung von Lyrik und ihrer Übersetzungsarbeit, die sich auch finanziell niederschlägt.
Weiterlesen»Eine tragfähige Altersvorsorge aufzubauen ist schwierig«
Gesine Schröder (47) übersetzt seit 16 Jahren Belletristik, Sach- und Kinderbücher aus dem Englischen, u.a. Pulitzerpreisträgerin Louise Erdrich ist eine ihrer Autor:innen. Schröder beklagt, dass sich Verlage oft nicht bewusst machen, was es bedeutet, pro Seite honoriert zu werden. Außerdem wünscht sie sich mehr Muße – für sich selbst, ihre Übersetzungen und eigene Projektideen.
Weiterlesen»Ein Berufswechsel wäre das Naheliegendste«
Andreas Jandl (49) übersetzt nicht nur schon eine gefühlte Ewigkeit aus dem Französischen und Englischen, sondern ist auch zweiter Vorsitzender des Verbands deutschsprachiger Übersetzer:innen VdÜ. Er ist Mentor für das Goldschmidt-Programm und erhielt 2021 den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für sein Gesamtwerk. Doch von Anerkennung allein kann der dreifache Familienvater nicht leben. Die gleichbleibend schlechten Honorare, die Nachwuchslücke und die drohende Altersarmut brächten die Branche in existenzielle Schwierigkeiten.
Weiterlesen»Die Unesco sollte Literaturübersetzungen fördern«
Katy Derbyshire (51) übersetzt anders herum, also nicht ins Deutsche, sondern aus dem Deutschen ins Englische. Ihre englische Übersetzung von Clemens Meyers Roman »Im Stein« gewann 2018 den Straelener Übersetzerpreis und war für den International Booker Price nominiert. Bei Voland & Quist ist sie für die englischsprachige Reihe V&Q Books verantwortlich. Finanziell profitiert sie davon, dass Honorarverhandlungen im englischsprachigen Raum stärker standardisiert seien, erklärt sie im Interview.
Weiterlesen»Die Honorare müssten doppelt so hoch sein«
Stefanie Ochel (44) übersetzt seit 2016 aus dem Englisch, Niederländischen und gelegentlich auch aus dem Französischen. Einen schöneren Beruf als Übersetzen gibt es für sie nicht, die Bedingungen allerdings seien schwierig. Als Literaturübersetzerin sorgt sie sich um den Einfluss von KI auf Lesegewohnheiten und Erwartungen an übersetzte Texte.
Weiterlesen»Übersetzen ist wie Lesen, nur langsamer«
Milena Adam (33) übersetzt aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche, von ihr sind in diesem Jahr gleich zahlreiche Übersetzungen erschienen. Wenn Großverlage und Medienkonzerne mit ihren Honoraren Minimalstandards unterlaufen, findet sie das »kackendreist«, die angekündigten Kürzungen für den Deutschen Übersetzerfonds empfindet sie als Hohn. Vom Übersetzen allein kann sie nicht leben, sie setzt auf eine Mischkalkulation mit themennahen Nebenerwerben.
WeiterlesenWas wäre wenn…
Saša Stanišic spielt in seinen kaleidoskopisch angeordneten Erzählungen das Leben auf Probe durch und beweist, dass die Literatur ein Ort des Utopischen ist. Wie kaum ein anderer versteht er es, über die existenziellen Fragen des Lebens nachzudenken und dabei seinen Leser:innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
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