Titel_Der-Scheik-von-Aachen

Im trauten Kaff der Erinnerung

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017, verheißt schon der Titel von Brigitte Kronauers neustem Roman »Der Scheik von Aachen« sowohl eine interessante Lektüre als auch versierte Einbettung in die deutsche Literatur und Geschichte. Doch weder die durchaus überraschende Wahl des Handlungsortes Aachen – der Krönungsstadt deutscher Könige und Kaiser – noch der intertextuelle…

Jakob Nolte | © Thomas Hummitzsch

Literatur ermöglicht Empathie

Der Berliner Schriftsteller und Bühnenautor Jakob Nolte hat mit »Schreckliche Gewalten« einen aufwühlenden und surrealen Roman über ein Geschwisterpaar in den siebziger Jahren geschrieben. Wir sprachen mit ihm über literarische Hegemonialketten, den Einfluss von Fernsehserien auf das Schreiben sowie das verführerische Angebot der Literatur.

Preis-der-Leipziger-Buchmesse-1

Wenn Bücher ihre Leser lesen

Es geht ein Gespenst um in der Literaturwelt. Es ist das leseroptimierte Buch. eBook-Lesende sollten vorsichtig sein, denn sie werden längst intensiver analysiert, als sie ahnen. Die Zukunft des Buches war auch Thema bei der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse und des Kurt Wolff Preises für besondere Leistungen unabhängiger Verlage. Ein Augen- und Ohrenzeugenbericht…

Photo by Dirk Haas | (CC BY 2.0)

Hinter den Kulissen von Kunduz

Journalismus, politische Intrigen und Aufklärung stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Ohne investigative Recherche würde so mancher politische Skandal unentdeckt bleiben, wie der Journalist und Drehbuchautor Achim Zons in seinem verblüffend realistischen Kunduz-Medien-Thriller »Wer die Hunde weckt« zeigt.

Screenshot eines Auszugs von Peter Hujars »Orgasmic Man« | http://peterhujararchive.com/images/eph_1518-01/

Der Misthaufen der Vergangenheit

Hanya Yanagiharas aufwühlendes Freundschaftsepos »Ein wenig Leben« ist ein Extremfall der Literatur. In seiner postmodernen, post-migrantischen, post-sexuellen und Post-Gender-Form nötigt er zur permanenten Grenzüberschreitung.

Titelbild-Wysocki

Am Anfang war das Wort

Am 28. März wird die Berliner Kritikerin und Autorin Gisela von Wysocki mit dem Heinrich-Mann-Preis 2017 der Akademie der Künste ausgezeichnet. Damit wird nicht nur Wysockis umfangreiches essayistisches Werk geehrt, sondern dezidiert auch ihre Romane, in denen es der Schriftstellerin gelungen sei, „den poetisch durchleuchteten Lebensmoment zum Element einer Großform zu machen, in der das…

Malla Hukkanen © Sputnik Oy

Kaurismäki stark, deutschsprachige Beiträge blass

Die Berlinale geht in ihr Abschlusswochenende, 18 Filme konkurrieren um die Bären, die am Samstagabend vergeben werden. Auf einen absolut herausragenden Beitrag wartete man im Wettbewerb bis zum Schluss vergeblich. Dennoch gibt es einen Geheimfavoriten. Der stärkste Film des Festivals lief in der Sektion Panorama.

Road Trip | © Bob Sala (https://500px.com/rumdiarist)

»Mit Trump hätte Hunter sicherlich seinen Spaß«

Große amerikanische Autoren wie Tom Wolfe oder James Salter lobten den meisterhafter Stil und die abgründige Komik in der Prosa von Hunter S. Thompson. Mit seinem Buch über die Hells Angels und dem Roman »Angst und Schrecken in Las Vegas« wurde Thompson zur Kultfigur. In der Edition Tiamat ist eine Auswahl seiner grenzenlosen Korrespondenz mit Persönlichkeiten wie Tom Wolfe,…

Die_Leichtigkeit_Titel

»Seit dem Anschlag ist die Gegenwart obszön und lächerlich«

Heute auf den Tag genau jährt sich der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Die Karikaturistin Catherine Meurisse verlor nach den Ereignissen im Januar 2015 den Boden unter den Füßen. Wie sie zurück ins Leben fand, erzählt sie in ihrem Comicalbum »Die Leichtigkeit«. Wir sprachen mit ihr über das dunkle Jahr 2015, ihren stillen Abschied…

Adiga-Franzen-Lerner

Wer oder was ist noch der Mensch?

Ben Lerner geht in seinem Roman »22:04« den Fragen nach Identität und Kollektivität in Zeiten von Anpassung und Individualismus nach. Jonathan Franzens großer DDR-Roman »Unschuld« ist auch eine Reflektion über die Hypokrisie im Internet-Zeitalter. Aravind Adiga hält in »Golden Boy« der indischen Gesellschaft einmal mehr den Spiegel vor.

Collage

»Lesen Sie dies bitte so, wie es geschrieben wurde«

»Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« ist der bedeutendste Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Dass Marcel Proust mindestens genauso viel Zeit in die Pflege seiner Korrespondenz wie in seine Literatur gesteckt hat, wissen die wenigsten. Eine edle zweibändige Edition von Briefen gibt jetzt einen Einblick in das Denken, Hadern und Mosern des bedeutendsten französischen Schriftstellers.

Porträt-Aravind-Adiga

Der Porträtist des »Homo Hierarchicus«

Der indische Schriftsteller Aravind Adiga gewann 2008 mit seinem Debütroman »Der weiße Tiger« den Booker Prize. Nach »Zwischen den Attentaten« und »Letzter Mann im Turm« ist nun sein vierter Mumbai-Roman »Golden Boy« erschienen, in dem es um Cricket und das Scheitern großer Hoffnungen geht. Wir trafen Adiga in Berlin und sprachen mit ihm über den…