Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos hat mit »Poor Things« eine gleichermaßen poetische wie moderne Frankenstein-Variation gedreht. Der für insgesamt elf Oscars nominierte Film ist vom Drehbuch über die Besetzung und schauspielerische Leistung bis hin zur ästhetischen Bildsprache ein Meisterwerk, das unerschrocken und konsequent für die künstlerische Vision seines Machers spricht.
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Berlinale 2024: Kino in schmerzhaften Zeiten
Nach fünf Jahren ist die 74. Berlinale auch die letzte von Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Einst trat das Duo mit dem Auftrag an, das von Dieter Kosslik heillos überfrachtete Festival künstlerisch und organisatorisch zu reformieren. Am Ende waren es vor allem die Sparmaßnahmen, die zur Verschlankung des Programms geführt haben, dem auch nach fünf Jahren eine klare Handschrift fehlt.
Weiterlesen»Jeder hat sofort ein Bild von Kafka«
Seit Jahren nimmt der Wiener Comiczeichner Nicolas Mahler die Hochkultur auseinander. Als Freibeuter im Meer der Weltliteratur macht er sich ein Werk nach dem anderen zu eigen. Zum 100. Todestag von Franz Kafka sind gleich zwei Arbeiten von ihm erschienen. Ich konnte mich mit ihm bereits im Herbst letzten Jahres, bevor er zum Leiter der Wiener Schule für Dichtkunst berufen wurde, mit Mahler über Faszinierendes und Skurriles in Leben und Werk des Prager Schriftstellers austauschen.
WeiterlesenMerkels Mehltau-Republik
Nein, ein Fan von Angela Merkel ist Alexander Hagelüken wahrlich nicht. Als »passive Kanzlerin« habe sie den »ausgeglichenen Haushalt zum Fetisch erhoben und das Land kaputtgespart«. Sie habe die Digitalisierung, die Solar-Industrie nach China verscherbelt und Innovationen wie den 3D-Druck verschleudert. Ihre 16 Regierungsjahre lähmten immer noch Land.
WeiterlesenDissidentisches Kopfkino
Stephanie Bart begibt sich für ihren bedrückenden Roman »Erzählung zur Sache« in die Gedankenwelt von Gudrun Ensslin. Dabei macht sie die Radikalisierung der RAF aus dem Inneren heraus verständlich, ohne die Taten zu rechtfertigen. In dem Versuch, dem dissidentischen Weltgeist eine Stimme zu geben, lassen sich Parallelen sowohl zu Klassikern wie Peter Weiss »Ästhetik des Widerstands« als auch zu Gegenwartsromanen wie Frank Witzels »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« oder Antoine Volodines »Einige Einzelheiten über die Seele der Fälscher« ziehen.
WeiterlesenIn Haruki Murakamis Reich des Un(ter)bewussten
Sechs Jahre nach seinem letzten Roman legt Haruki Murakami ein dunkel leuchtendes Alterswerk vor. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag erscheint heute sein neuer verblüffender Roman »Die Stadt und ihre ungewisse Mauer«.
WeiterlesenSagen Graureiher die Wahrheit?
In seinem nun mutmaßlich allerletzten Film führt der Begründer der längst legendären Ghibli-Studios Hayao Miyazaki zu den allerletzten Fragen. In diesem fantasievollen Alterswerk schimmert, schwirrt und wimmelt es in allen Ecken. Es ist gut möglich, dass der Japaner mit »Der Junge und der Reiher« seinen zweiten Oscar gewinnt.
WeiterlesenKafka Originals
Ob in der Schule oder später auf dem Sofa – um Franz Kafka kommen Menschen nicht herum, deren Herz für die Literatur schlägt. Wer verstehen will, wie der in Prag lebende Versicherungsbeamte mit seinen Schriften die Kultur bis heute prägt, muss sich in seine Textwelten begeben. Dazu laden verschiedene Neuerscheinungen ein, die kurz vor dem Kafka-Jahr erschienen sind oder bis zum 100. Todestag in den kommenden Wochen erscheinen.
WeiterlesenUrgestein der Bande Dessinée
Der Schöpfer von »Spirou und Fantasio«, »Gaston« und dem »Marsupilami«, einer der Gründungsväter des europäischen Comics, der Belgier André Franquin, wäre am 3. Januar 2024 einhundert Jahre alt geworden. Anlässlich des Jubiläums erleben seine Arbeiten ein prächtiges Revival.
WeiterlesenMeisterin der Short Story
Die bald 80-jährige Schriftstellerin Joy Williams ist eine Grande Dame der amerikanischen Literatur. Jetzt erst wird sie in Deutschland so richtig entdeckt. Ein Band mit dreizehn dunkel schimmernden Erzählungen liegt bereits vor, ihr hochgelobter Debütroman erscheint im Frühjahr.
WeiterlesenEin Königreich für ein Grab
Stephen Frears »The Lost King« erzählt auf Basis wahrer Begebenheiten von der Suche nach den sterblichen Überresten von King Richard III. Sally Hawkins trägt diesen Film und brilliert in der Rolle einer Hobbyhistorikerin.
WeiterlesenStories 2023
Das Jahr 2023 hatte einiges zu bieten. Dirk Oschmann sorgte für Zündstoff, eine Anthologie für einen Skandal und das Ende des Jahres liegt im Schatten der Verbiesterung. Gegen die hilft nur Literatur, die Augen und Herzen öffnet. Ein Rückblick auf das Literaturjahr 2023 mit den besten Romanen des Jahres.
WeiterlesenMagic meets Science in Victorian Oxford
Die sino-amerikanische Fantasy-Autorin Rebecca F. Kuang legt mit ihrem voluminösen Roman »Babel« eine packende Erzählung über rebellische Übersetzer:innen und die Notwendigkeit des Widerstands vor.
WeiterlesenDas ist Versailles
Der strittige Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes erzählt von Moral und Befindlichkeiten am französischen Hof. Als Kostümfilm kann Maïwenns »Jeanne du Barry« überzeugen, als Kommentar zur Zeit bleibt er blass.
WeiterlesenGeschichtenerzähler mit Herz
25 Jahre hat der türkische Karikaturist Ersin Karabulut die Politik aufs Korn genommen. Inzwischen lebt er in Paris, im europäischen Zentrum der Neunten Kunst. In seinem Comic »Das Tagebuch der Unruhe«, dem ersten von drei geplanten Bänden, erzählt er seine Lebensgeschichte und die seines Landes. Ich konnte mich im Oktober mit ihm über die Geschichte der türkischen Satire-Zeitschriften, seinen Werdegang und den richtigen Ton für schwierige Themen unterhalten.
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