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Schwarzwaldgeister, reloaded

Der Hamburger Comicautor Sascha Hommer hat eine neue Version des Märchens »Das kalte Herz« von Wilhelm Hauff vorgelegt. Dabei ist ein ansprechendes und atmosphärisch sehr stimmiges Werk herausgekommen. Manche Änderungen gegenüber dem Original von 1827 werfen allerdings Fragen auf.

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Haltung oder: Eindeutig uneindeutig

Der 7. Oktober 2023 hat nichts unversucht gelassen, Hoffnung zu begraben und Mutlosigkeit in die Welt zu tragen. Marko Martin aber will sich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht nehmen lassen. In »Und es geschieht jetzt« bemüht er sich, inmitten dieses Irrsinns seinen Überzeugungen einer zugewandten, einer emphatischen Welt gerecht zu werden.

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© Thomas Hummitzsch

Übersetzen übersetzen

Am 30. September wird der Hieronymustag als Internationaler Übersetzertag gefeiert. Dabei ist den Übersetzenden in Deutschland schon lange nicht mehr nach Party zumute. Miserable Honorare, prekäre Verhältnisse, fehlende Sichtbarkeit und die künstliche Intelligenz sind strukturelle Bedrohungen einer Branche, die am seidenen Faden des Idealismus derjenigen hängt, die uns die Weltliteratur erschließen. Versuch einer Bestandsaufnahme.

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Odile Kennel (57) übersetzt französische, spanische, portugiesische und englische Lyrik. Zuletzt u.a. »Brennen, Brennen, Brennen« von Liselotte Lombé. | © Jan Beumelburg

»Ich jongliere immer mit zehn Projekten gleichzeitig«

Odile Kennel (57) ist nicht nur anerkannte Lyrikerin und Autorin, sondern auch eine geschätzte Übersetzerin, die Lyrik aus dem Französischen, Portugiesischen, Spanischen und Englischen übersetzt. Sie begreift sich als im »Großraum Sprache« beheimatet, entsprechend trennt sie weder die eine Tätigkeit von der anderen, noch Leben von Arbeit. Übersetzen, reisen, lesen, moderieren, netzwerken gehen bei ihr Hand in Hand. Dennoch fehlen ihr kreative »Autragsübersetzungspausen« sowie eine Anerkennung von Lyrik und ihrer Übersetzungsarbeit, die sich auch finanziell niederschlägt.

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Gesine Schröder (47) übersetzt aus dem Englischen. Zuletzt u.a. »Jahr der Wunder« von Pulitzerpreisträgerin Louise Erdrich. | © frischefotos

»Eine tragfähige Altersvorsorge aufzubauen ist schwierig«

Gesine Schröder (47) übersetzt seit 16 Jahren Belletristik, Sach- und Kinderbücher aus dem Englischen, u.a. Pulitzerpreisträgerin Louise Erdrich ist eine ihrer Autor:innen. Schröder beklagt, dass sich Verlage oft nicht bewusst machen, was es bedeutet, pro Seite honoriert zu werden. Außerdem wünscht sie sich mehr Muße – für sich selbst, ihre Übersetzungen und eigene Projektideen.

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»Ein Berufswechsel wäre das Naheliegendste«

Andreas Jandl (49) übersetzt nicht nur schon eine gefühlte Ewigkeit aus dem Französischen und Englischen, sondern ist auch zweiter Vorsitzender des Verbands deutschsprachiger Übersetzer:innen VdÜ. Er ist Mentor für das Goldschmidt-Programm und erhielt 2021 den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für sein Gesamtwerk. Doch von Anerkennung allein kann der dreifache Familienvater nicht leben. Die gleichbleibend schlechten Honorare, die Nachwuchslücke und die drohende Altersarmut brächten die Branche in existenzielle Schwierigkeiten.

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Katy Derbyshire (51) übersetzt aus dem Deutschen ins Englische. Demnächst erscheint ihre Übersetzung von Judith Hermanns Roman »Wir hatten uns alles gesagt«. | © Nane Diehl

»Die Unesco sollte Literaturübersetzungen fördern«

Katy Derbyshire (51) übersetzt anders herum, also nicht ins Deutsche, sondern aus dem Deutschen ins Englische. Ihre englische Übersetzung von Clemens Meyers Roman »Im Stein« gewann 2018 den Straelener Übersetzerpreis und war für den International Booker Price nominiert. Bei Voland & Quist ist sie für die englischsprachige Reihe V&Q Books verantwortlich. Finanziell profitiert sie davon, dass Honorarverhandlungen im englischsprachigen Raum stärker standardisiert seien, erklärt sie im Interview.

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