Nach dem Raubtiermodus
Der sächsische Lyriker John Sauter erobert mit Worten ein Land, dass von vielen nur als »Zone« bezeichnet wird. Seine Lyrik ist melancholisch, scharf und hoffnungsvoll; und trägt den Traum von einer besseren Zeit.
Der sächsische Lyriker John Sauter erobert mit Worten ein Land, dass von vielen nur als »Zone« bezeichnet wird. Seine Lyrik ist melancholisch, scharf und hoffnungsvoll; und trägt den Traum von einer besseren Zeit.
»Monty Pythons Flying Circus« bezeugt die Genialität der kultigen Komikergruppe. Nun liegt die erfolgreiche Comedy-Serie aus den Siebzigern und Achtzigern komplett digitalisiert in einer edlen Box vor.
Die englische Übersetzung von David Diops Roman »Nachts ist unser Blut schwarz« hat vor wenigen Tagen den International Booker Prize gewonnen. Der düstere Roman folgt einem Soldaten aus dem Senegal, der im Ersten Weltkrieg in der französischen Armee dient.
Dem Spanier Isaac Rosa ist ein Trennungsroman mit Happy End gelungen, weil er seine beiden Figuren zurückgehen lässt dahin, wo alles seinen Anfang nahm. Auf dem Weg dahin steigt dieser Roman aber hinab in die dunklen Ecken der Liebe in prekären Zeiten.
Tillie Walden legt mit »Auf einem Sonnenstrahl« eine fantastisch-optimistische Weltraumerzählung vor, die nicht nur einen anderen Blick auf queere Positionen wirft, sondern auch als gelungene Allegorie auf das Erwachsenwerden fasziniert.
Éric Vuillard legt immer wieder das Ohr auf die Schiene der Geschichte und geht dem Vibrieren des Stahls nach. In seinem neuen Buch »Der Krieg der Armen« widmet er sich dem lautstarken Unterstützer des Deutschen Bauernkriegs Thomas Müntzer.
Riad Sattouf schreibt die Erinnerungen an seine Kindheit im Nahen Osten fort. Die Naivität seines kindlichen Alter Egos weicht mehr und mehr dem skeptischen Blick des Heranwachsenden, was angesichts der zunehmend existenzielleren Herausforderungen aber auch dringend nötig ist.
Der Preis der Leipziger Buchmesse stellt Bücher ins Schaufenster, die von leiser Ironie, beißendem Humor, schelmischem Witz und sprühender Erkenntnis leben.
Die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Titel in der Kategorie Übersetzung sind alle auf ihre Art bemerkenswert. Zudem gibt es spannende Querverbindungen zum International Booker Prize, zum Internationalen Literaturpreis sowie zu den nominierten Belletristik-Titeln.
John Dos Passos beschreibt in einer epischen Roman-Trilogie, wie Amerika zu dem Land wurde, das wir heute kennen. Mit der Neuübersetzung von Dirk van Gunsteren und Nicolaus Stingl liegt ein Gründungsdokument der modernen amerikanischen Kultur nun in neuem Glanz vor.
Wie macht man eine problematische Geschichte, die vom Einzelnen nur lückenhaft zusammengehalten kann, nachvollziehbar und spürbar? Die Lyrikerin Rosmarie Waldrop hat in ihrem Roman »Pippins Tochter Taschentuch« Wege gefunden und eine eigene Poetik des Erinnerns entworfen, die in Ann Cottens Übersetzung im Rhythmus des Lebens pulsiert.
Die Leipziger Literaturübersetzerin Timea Tankó hat mit ihrer klingenden Übertragung der Notizen zu Casanovas Memoiren von Miklós Szentkuthy einen kulturellen Schatz der ungarischen Literatur für den deutschsprachigen Raum gehoben.
In Judith Hermanns feinsinnigem Roman »Daheim« hört eine Frau dem Flüstern der Vergangenheit zu und baut sich in einer kargen Landschaft eine neue Existenz auf.
Iris Hanika lässt in ihrem kunstvoll verdichtetem Roman »Echos Kammern« eine nicht mehr ganz junge Künstlerin zwischen New York und Berlin nach sich selbst suchen. Dabei gerät sie an einen attraktiven Studenten, dem nicht nur sie verfällt. Die Lektüre dieses kenntnisreichen Romans verändert die Perspektive auf wichtige Fragen der Gegenwart.
Mit »Die Vögel« hat Tarjej Vesaas 1957 den »besten norwegischen Roman, der je geschrieben wurde« (Karl Ove Knausgård) verfasst. Dessen Neuübersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel ist eine ergreifende Sensation und nur folgerichtig für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.