Die Folgen der Wiedervereinigung beschäftigen Deutschland bis heute, das Verhältnis zwischen Ost und West ist nach dreißig Jahren immer noch von Vorurteilen und Befindlichkeiten geprägt. Die vielfältige literarische Aufarbeitung der Wende- und Nachwendejahre zeigt die enormen Erschütterungen und Verluste der ostdeutschen Teilgesellschaft und hat gerade darin ein enormes utopisches Potential.
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Intellektuell oder moralisch defekt?
Wie haben Erich Kästner, Gottfried Benn und Hans Fallada eigentlich im Dritten Reich gelebt? Dominik Graf geht in seinem neuen Dokumentarfilm »Jeder schreibt für sich allein« dem Denken, Schreiben und Leben deutscher Schriftsteller:innen in der Nazizeit auf den Grund.
WeiterlesenEindrucksvolle Auswahl für den Leipziger Übersetzerpreis
Die Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse beweist, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat. Statt großer Namen und dicker Titel stellt sie in der Kategorie Übersetzung fünf Titel ins Schaufenster, die wohl die wenigsten auf dem Schirm hatten. Statt auf die vermeintliche Bedeutung tragender Werke lenkt die Jury den Blick auf die facettenreiche Kunst des Sprach- und Kulturtransfers. Ein Überblick der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Übersetzungen.
WeiterlesenPreis der Leipziger Buchmesse: Geschichte(n) als Spiegel der Gegenwart
Die Jury gibt die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse bekannt. Neben einem alten Bekannten finden sich einige echte Überraschungen unter den Nominierten. Nach den Indie- und Kleinstverlagen kann nun erstmals auch ein Comicverlag auf eine Auszeichnung hoffen.
WeiterlesenDas Gewicht der Welt
Krieg, Klimawandel, Katastrophen. Ist diese Welt denn noch in Worte zu fassen? Die neuen Gedichtbände von Lina Atfah, Nico Bleutge und Marius Hulpe zeigen eindrucksvoll, dass die Poesie die Wirklichkeit deutlich besser und nachhaltiger in den Griff bekommt als die täglichen Nachrichten.
WeiterlesenFrustriert und abgestempelt
Wer sind die Ostdeutschen und woher kommt ihr Unmut? Die Ethnologin Juliane Stückrad, der Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann und eine Sammlung von Briefen aus der Wendezeit geben auf ganz unterschiedliche Art und Weise Antworten. Dabei wird deutlich, dass der Osten keine Zukunft hat, wenn die Ostdeutschen nicht endlich als Individuen mit Sorgen und Ambitionen ernst genommen werden.
WeiterlesenSexualität: »Viele haben das Bedürfnis, zum Objekt zu werden«
Eva Tepest, Berliner Autor:in, Theatermacher:in und queer-lesbische Aktivist:in, wurde vom Berliner Stadtmagazin tip zu einer der 25 wichtigsten Newcomer:innen für 2023 angekündigt. In ihrem Debüt »Power Bottom« begibt sie sich selbstlos in die Echokammern der Lust und fragt nach dem Potenzial der unterlegenen Position. Ich konnte mit Tepest an einem sonnigen Berliner Nachmittag über die Faszination des Sexuellen, die Gefahr von Fantasien und queeren Aktivismus sprechen.
WeiterlesenVielleicht wird doch alles gut
Der französische Ökonom Thomas Piketty hat mit seinem neuen Buch zur »Kurzen Geschichte der Gleichheit« zurück zum Optimismus gefunden. Nachdem er in seinen vorangegangenen Werken die (neo)liberale Wachstumsideologie bloßgestellt hat, zieht er längere historische Linien und sieht in der Neuausrichtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen inmitten der Krise eine Chance für mehr Gerechtigkeit.
WeiterlesenDer Traum einer neuen Weltordnung
Die Politologin Adom Getachew zeigt in ihrer Studie »Die Welt nach den Imperien« eindrucksvoll, wie antikoloniale Aktivist:innen vergeblich eine gerechtere Welt gestalten wollten. Von zwei der wichtigsten Intellektuellen sind inzwischen auch Übersetzungen ihrer Schriften erschienen.
Weiterlesen»Es ist etwas Persönliches«
Die amerikanische Fotografin Nan Goldin hat am Freitag den Käthe-Kollwitz-Preis 2022 der Akademie der Künste erhalten. Aus diesem Anlass zeigt die Akademie einige Arbeiten der Amerikanerin in ihren Räumen. Parallel wurde auch der in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Dokumentarfilm »All the Beauty and the Bloodshed« von Laura Poitras gezeigt. Er zeigt, wie bei der Amerikanerin Leben, Fotografie und politisches Engagement zusammenfließen.
Weiterlesen»Die Zukunft ist völlig ungewiss«
Irina Kilimniks Debütroman „Sommer in Odessa“ ist eine flirrende Liebeserklärung an die ukrainische Metropole am Schwarzen Meer und ihre Menschen. Politik spielt nur eine Nebenrolle. Ein Gespräch über Kindheitserinnerungen, knorrige Patriarchen, emanzipierte Frauen und die Odessiter Unbeschwertheit.
Weiterlesen»Wenn die Welt gefährlich wird, darf Literatur nicht harmlos sein«
Der Klimawandel hat auch die Literaturszene in Berlin und Brandenburg erreicht. Ob das Revival des Nature Writing oder die Erfindung der Climate Fiction – diese Literatur hat das Potenzial, unseren Blick auf die Welt entscheidend zu verändern.
WeiterlesenBewegte Welten
Für manche sind sie Kinderkram, für andere große Kunst. Die Rede ist von Animationsfilmen. Die Berlinale hat einige im Programm. Die Spannbreite reicht von moderner Mythologie bis hin zur politischen Dystopie.
WeiterlesenGoldener Bär für französische Dokumentation »Sur l’Adamant«
Der fast zweistündige Film über eine Anlaufstelle für geistig kranke Menschen des Franzosen Nicolas Philibert gewinnt den Goldenen Bären der 73. Berlinale. Christian Petzold und Angela Schanelec sammeln weitere Bären ein, ein faszinierendes Kind wird für die Beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet.
Weiterlesen»Auf‘n Sack gehen«
Am Ende der 73. Berlinale sprechen alle über ein Thema: toxische Männlichkeit. Die vierte Auflage des Filmfestivals unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian überzeugte mit einem spannenden Wettbewerb, lässt aber auch eine gewisse Willkür erkennen. Von den angekündigten Schwerpunkten zum Iran und zur Ukraine war wenig zu spüren. Eine erste Bilanz.
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