Autor: Thomas Hummitzsch

Werke von Tsitsi Dangarembga | Foto: Thomas Hummitzsch

Nur ein Stück Fleisch

Die diesjährige Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga beschreibt im Abschluss ihrer Romantrilogie den weiblichen Körper als Schlachtfeld gesellschaftlicher Verteilungskämpfe. Dass die Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge erscheinen, ist bedauerlich, schwächt aber nicht deren Strahlkraft.

Deutscher Buchpreis 2021 | Foto: Thomas Hummitzsch

Sprache in zänkischen Zeiten

Antje Rávik Strubel bezieht bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises Position im Meinungsstreit um Fragen von Benennungen und Bezeichnungen. Ihre Dankesrede war ein Plädoyer für die Offenheit und Beweglichkeit der Sprache. Um eine Normalität greifen zu können, die normal ist, weil sie ist und nicht weil sie gut oder schlecht ist.

Agathe Rouselle als Alexia in »Titane« von Julia Ducournau | © Carole Bethuel

Ölige Antikörper

Julia Ducournaus Cannes-Sieger »Titane« ist ein brutales Drama, das die Grenzen von Gender und sexueller Identität in Körperhorror auflöst. Ein Horrorfilm, wie von vielen attestiert, ist es dennoch nicht.

Nicht nur literarisch Nachholbedarf

Die Auszeichnung des Tansaniers Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis hat den deutschen Literaturbetrieb auf dem falschen Fuß erwischt. Die weitgehende Unkenntnis von Autor und Werk zeigt nicht nur, dass die deutschsprachige Literaturlandschaft zu westlich orientiert ist, sondern macht auf ein viel grundsätzlicheres Problem der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte aufmerksam.

Foto: Thomas Hummitzsch

»Bestimmt kein Gentzen-Buch!«

Dietmar Dath hält mit Mathematik, Logik und Beweisführung der Gegenwart in der Zukunft den Spiegel vor. Sein neuer Roman »Gentzen oder: Betrunken aufräumen« fragt danach, wie es so weit kommen konnte, dass nicht wir die digitale Welt, sondern die digitale Welt uns in der Hand hat.

Filmstill aus »Herr Bachmann und seine Klasse« von Maria Speth | © Madonnen Film

Mehr als ein Lehrer und seine Klasse

Maria Speth hat ein halbes Jahr lang eine 6. Klasse in der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf begleitet. Ihr Film ist ein großes Gesellschaftsporträt, in dessen Zentrum ein Lehrer steht, wie man ihn sich für seine Kinder nur wünschen kann. »Herr Bachmann und seine Klasse« zeigt eindrucksvoll und bewegend, wie viel besser Pädagogik auf Augenhöhe funktioniert.