Schuld und Sühne in Teheran
In dem packenden iranischen Drama »Die Ballade von der weißen Kuh« spielt Regisseurin Maryam Moghadam auch die Hauptrolle. Sie verkörpert eine Frau, die sich in einer misogynen Gesellschaft nicht unterkriegen lässt.
In dem packenden iranischen Drama »Die Ballade von der weißen Kuh« spielt Regisseurin Maryam Moghadam auch die Hauptrolle. Sie verkörpert eine Frau, die sich in einer misogynen Gesellschaft nicht unterkriegen lässt.
Pablo Larrain hat mit »Spencer« einen Film über Lady Di gedreht, der den Royals nicht gefallen wird. Kirsten Stewart brilliert in ihrer Rolle als ebenso unbändige wie warmherzige britische Prinzessin.
Francis Lee hat mit Kate Winslet und Saoirse Ronan ein packendes Liebesdrama gedreht, dass sich an der Biografie der Wissenschaftspionierin Mary Anning orientiert. Im Gegensatz zu Paul Verhoevens lesbischer Klostergeschichte, bei der er einmal mehr auf Skandal setzt, weiß »Ammonite« als meisterhafte Studie der Menschlichkeit zu überzeugen.
Sebastian Meise zeigt in seinem ausgezeichneten Film »Große Freiheit« die hässliche Geschichte des Paragrafen 175 und porträtiert einen Mann, der sich vom Unrecht nicht beugen lässt.
Andreas Kleinert präsentiert den Dichter und Filmemacher Thomas Brasch so, wie er war. Radikal, direkt, unangepasst. »Lieber Thomas« ist der perfekte Film in angepassten Zeiten. Albrecht Schuch brilliert darin als Charakterdarsteller obersten Ranges.
Park Chan-wooks grandiose Rachetrilogie liegt endlich digital überarbeitet in prachtvoller Ausstattung vor. Der Höhepunkt der Filmreihe ist zweifellos Cannes-Gewinner »Oldboy«, die »Vengeance«-Filme zeigen aber, wie tief sich der südkoreanische Meisterregisseur in das Thema eingearbeitet hat.
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde wieder über rechte Verlage diskutiert und das Argument der Meinungsfreiheit vorgetragen. Dabei geht es den neuen Faschist:innen nicht um Diskurs. Sie wollen Debatten kapern und Angst schüren. Auf welche Strategien sie dabei zurückgreifen, führt Christian Schwochow in »Je suis Karl« vor Augen. Der Film erzählt in brachialen Bildern von der faschistischen Unterwanderung unserer Gesellschaft – bis zum bitteren Ende.
Julia Ducournaus Cannes-Sieger »Titane« ist ein brutales Drama, das die Grenzen von Gender und sexueller Identität in Körperhorror auflöst. Ein Horrorfilm, wie von vielen attestiert, ist es dennoch nicht.
Daniel Craig hat in »Keine Zeit zu sterben« seinen fünften und letzten Auftritt als James Bond. Seiner Figur wird darin ein ebenso melancholisches wie brachiales Ende bereitet. Überzeugend ist das nur in Teilen.
Maria Speth hat ein halbes Jahr lang eine 6. Klasse in der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf begleitet. Ihr Film ist ein großes Gesellschaftsporträt, in dessen Zentrum ein Lehrer steht, wie man ihn sich für seine Kinder nur wünschen kann. »Herr Bachmann und seine Klasse« zeigt eindrucksvoll und bewegend, wie viel besser Pädagogik auf Augenhöhe funktioniert.
Anthony Hopkins brilliert in Florian Zellers Demenzdrama »The Father« als Mann, dem sein Leben zwischen den Fingern verrinnt. Dieser Film holt nicht nur ein Tabuthema aus der dunklen Ecke des Schweigens, sondern ist auch ein großes Kunstwerk.
Georges Méliès – Magier, Visionär und der größte Geschichtenerzähler des frühen Kinos. Eine DVD-Box erweist dem Pionier des Films nun seine Ehre.
Mads Mikkelsen spielt in Thomas Vinterbergs neuem Film »Der Rausch« einen Lehrer in der Krise und beweist einmal mehr, dass er einer der größten Schauspieler seiner Generation ist.
Eine zweistündige Dokumentation zeichnet Leben und Leiden der Queen of Rock Tina Turner nach. Beneidenswert ist dieses Leben nicht, aber eines, das einen genauen Blick verdient.
Chloé Zhaos »Nomadland« zeigt das raue, aber freundliche Leben auf der Straße. In den stärksten Momenten hebt der Oscarfavorit ab zu einer großen Meditation über das Dasein des Menschen auf Erden.