Sprachgewaltige Gespensterjagd
Die Schriftstellerin, Lyrikerin und Literaturprofessorin Ulrike Draesner lüftet den Deckmantel des Schweigens und lässt Frauen erzählen, wie sich Krieg und Gewalt in Körper und Seele festkrallen.
Die Schriftstellerin, Lyrikerin und Literaturprofessorin Ulrike Draesner lüftet den Deckmantel des Schweigens und lässt Frauen erzählen, wie sich Krieg und Gewalt in Körper und Seele festkrallen.
Die Pulitzer-Jury hat entschieden, den Belletristik-Preis erstmals an zwei Autor:innen zu vergeben. Barbara Kingsolver und Hernan Diaz erhalten in diesem Jahr für ihre aktuellen Romane den renommierten Pulitzer-Preis.
»Unser Deutschlandmärchen« von Dinçer Güçyeter erhält den Preis der Leipziger Buchmesse. Die Buchszene jubelt über die Auszeichnung des beliebten Dichterverlegers mit dem wichtigsten Buchpreis des Frühjahrs, favorisiert waren zwei andere Kandidatinnen. Außerdem wird Regina Scheer für ihre Biografie der linken Intellektuellen Hertha Gordon-Walcher und Johanna Schwering für ihre Übersetzung von Aurora Venturinis Roman »Die Cousinen« ausgezeichnet.
Pünktlich zum Österreich-Schwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse erscheint »Literatur und Kritik« in neuem Gewand. Unter der neuen Herausgeberin Ana Marwan zeigt sich die österreichische Zeitschrift auf der Höhe der Zeit: vielfältig, offen und innovativ.
Das Erscheinen von Benjamin von Stuckrad-Barres neuem Roman »Noch wach?« ist im Wortsinn ein Medienereignis, das inmitten neuer Springer-Enthüllungen für Aufsehen sorgt. Während sämtliche Springer- und #MeToo-Bezüge im Eiltempo verarbeitet wurden, wurde die Haptik des Buches links liegen gelassen. Dabei spricht die für sich und Bände.
Zweifelsohne gibt es Bücher, die verzaubern. Aber kann man das auch über eine Lesung sagen? Einige Gedanken zur Premiere von Anna Giens neuem Roman »Paris・Rot« im Roten Salon der Berliner Volksbühne.
Die Folgen der Wiedervereinigung beschäftigen Deutschland bis heute, das Verhältnis zwischen Ost und West ist nach dreißig Jahren immer noch von Vorurteilen und Befindlichkeiten geprägt. Die vielfältige literarische Aufarbeitung der Wende- und Nachwendejahre zeigt die enormen Erschütterungen und Verluste der ostdeutschen Teilgesellschaft und hat gerade darin ein enormes utopisches Potential.
Die Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse beweist, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat. Statt großer Namen und dicker Titel stellt sie in der Kategorie Übersetzung fünf Titel ins Schaufenster, die wohl die wenigsten auf dem Schirm hatten. Statt auf die vermeintliche Bedeutung tragender Werke lenkt die Jury den Blick auf die facettenreiche Kunst des Sprach- und Kulturtransfers. Ein Überblick der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Übersetzungen.
Die Jury gibt die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse bekannt. Neben einem alten Bekannten finden sich einige echte Überraschungen unter den Nominierten. Nach den Indie- und Kleinstverlagen kann nun erstmals auch ein Comicverlag auf eine Auszeichnung hoffen.
Krieg, Klimawandel, Katastrophen. Ist diese Welt denn noch in Worte zu fassen? Die neuen Gedichtbände von Lina Atfah, Nico Bleutge und Marius Hulpe zeigen eindrucksvoll, dass die Poesie die Wirklichkeit deutlich besser und nachhaltiger in den Griff bekommt als die täglichen Nachrichten.
Irina Kilimniks Debütroman „Sommer in Odessa“ ist eine flirrende Liebeserklärung an die ukrainische Metropole am Schwarzen Meer und ihre Menschen. Politik spielt nur eine Nebenrolle. Ein Gespräch über Kindheitserinnerungen, knorrige Patriarchen, emanzipierte Frauen und die Odessiter Unbeschwertheit.
Der Klimawandel hat auch die Literaturszene in Berlin und Brandenburg erreicht. Ob das Revival des Nature Writing oder die Erfindung der Climate Fiction – diese Literatur hat das Potenzial, unseren Blick auf die Welt entscheidend zu verändern.
Übermorgen wird die große deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta 81 Jahre alt. Im Wettbewerb der 73. Berlinale ist vorher ihr Spielfilm »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« zu sehen, der die Beziehung von Max Frisch und Ingeborg Bachmann in den Blick nimmt.
Honorée Fanonne Jeffers erzählt die amerikanische (Gründungs)Geschichte aus der Perspektive afro-indigener Menschen. In ihrem fulminanten Debüt erfindet die amerikanische Lyrikerin die Great American Novel neu.
Postkoloniale Literaturen haben das Zeug, unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst nachhaltig zu verändern. Bei ihrer Entstehung greifen aber oftmals Kräfte, die in der literaturkritischen Reflektion selbst kaum beachtet werden. Sie spiegeln in sich die Verhältnisse, aus denen sie hervorgegangen sind.