Der südkoreanische Schriftsteller Cheon Myeong-kwan erzählt in »Der Wal« das 20. Jahrhundert mit all seinen erfüllten und unerfüllten Träumen als feministisches Märchen. Mit fast zwanzigjähriger Verspätung erscheint sein moderner Klassiker nun erstmals in deutscher Übersetzung. Die parallel erschienene englische Übersetzung des Romans hat es auf die Lonlist des renommierten International Booker Prize geschafft.
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Kim de L’Horizon gewinnt Deutschen Buchpreis
Erstmals wird eine non-binäre Autor:in für den Roman des Jahres ausgezeichnet. Kim de L’Horizon aus der Schweiz erhält den Deutschen Buchpreis für den autofiktionalen Identitätsroman »Blutbuch« und macht die Verleihung im Frankfurter Römer zu einem politischen Happening. Ein Roman von einem Ort, an dem ein Sprechen über Vielfalt, Ambivalenz und Fluidität, Offenheit, Neugier und Lebenslust möglich ist.
WeiterlesenBooker Prize geht an Shehan Karunatilaka
Der in Sri Lanka geborene Autor Shehan Karunatilaka ist für seinen Roman »The Seven Moons of Maali Almeida« mit dem renommierten britischen Booker Prize ausgezeichnet worden. Die Jury beschreibt den Roman als unprätentiösen »Afterlife Noir, mit Anspielungen auf Dante und Buddha«.
Weiterlesen»Die Linken haben ihren Marx vergessen«
Der neue Geniestreich des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund führt vom Catwalk auf eine Luxusjacht bis auf eine einsame Insel. Im Mittelpunkt stehen Carl und Yaya, die mit Schönheit reich werden wollen. Echten Reichtum erleben sie auf einer Luxusjacht, wo Waffenhändler, Dotcom-Milliardäre und Oligarchen Spielchen spielen. Bis sie auf einer einsamen Insel stranden. In Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, konfrontiert uns diese Satire über die Dekadenz in der Welt mit den Abgründen der Gegenwart. Ich konnte mit Ruben Östlund über fehlende Gleichstellung, sympathische Reiche und die Bedeutung von Karl Marx sprechen.
Weiterlesen»So lässig und so komisch«
Für seinen Debütroman »Und draußen feiern die Leute« erhält der 1991 in Celle geborene Autor Sven Pfizenmaier den 44. ZDF-»aspekte«-Literaturpreis. Damit gehen alle wichtigen Debütpreise in diesem Jahr in die Hauptstadt. Die Auszeichnung der ZDF-Kultursendung gilt der literarischen Qualität eines Erstlingsromans, kann in diesem Jahr aber auch als Bestätigung einer verantwortungsethischen Haltung verstanden werden.
Weiterlesen»Der weibliche Körper ist schon immer ein Schlachtfeld gewesen«
Vor wenigen Wochen ist der neue Roman der Berliner Autorin Helene Bukowski »Die Kriegerin« erschienen. Er erzählt von der Verbindung zweier Frauen, die sich und ihre Freiheit suchen. Ein Gespräch über Soldatinnen, die Kämpfe um den weiblichen Körper und gerechtere literarische Perspektiven.
WeiterlesenWenn sich jederzeit alles ändern kann
Der Leipziger Domenico Müllensiefen tritt mit seinem Debütroman »Aus allen Feuern« in die Fußstapfen von Clemens Meyer. Daniel Schulz «Wir waren wie Brüder« und Hendrik Bolz literarisierte Erinnerungen »Nullerjahre« weiten den Blick auf die Nachwendezeit im Osten Deutschlands.
WeiterlesenKlinisch scharfe Erinnerungen
Annie Ernaux erhält den Literaturnobelpreis 2022. Damit zeichnet das Nobelpreis-Komitee eine der Favoritinnen auf den Preis aus. In wenigen Tagen erscheint Ernaux‘ neuestes Erinnerungswerk »Das andere Mädchen«, in dem sie einen Brief an die vor ihrer Geburt verstorbene Schwester schreibt.
WeiterlesenFriedenspreisträgerin verurteilt
Tsitsi Dangarembga ist in ihrem Heimatland Simbabwe zu einer Geld- und Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil sie friedlich für Reformen, eine freie Presse und »ein besseres Simbabwe für alle« protestiert hatte. In Deutschland ist unterdessen der noch fehlende zweite Teil ihrer Trilogie erschienen.
WeiterlesenDrei Schwestern im Trauerkreis
Miku Sophie Kühmel erzählt in ihrem neuen Roman »Triskele« von drei ungleichen Schwestern, die der Freitod ihrer Mutter zueinander führt. Dabei führt sie gekonnt die Ostperspektiven von drei Generationen zusammen.
WeiterlesenIrrfahrt eines Androiden
Der französische Comicautor Winshluss hat Pinocchio auf kongeniale Weise ins 21. Jahrhundert übertragen und zahlreiche Comicpreise gewonnen. Lange war der Kultband vergriffen, nun endlich gibt es eine neue Auflage.
Weiterlesen»Understanding that nude is not naked«
Die internationale Anthologie für zeitgenössische Akt-Fotografie »The Opéra« feiert seinen zehnjährigen Geburtstag. Die Jubiläumsausgabe schmückt erstmals ein Male-Model und versammelt einmal mehr aufregende künstlerische Standpunkte.
Weiterlesen»Hör dich ein mit dem Mund«
Der Schauspieler Jens Harzer liest Paul Celan und sinnt dessen Zeilen nach. Das Hörbuch »Eine Annäherung« kommt seinem Titel im Wortsinne nach, denn es liefert nicht nur die Gedichte, sondern macht auch den Prozess der Aneignung und Lesung transparent.
Weiterlesen»Beim laut Lesen passiert immer etwas!«
Drei überzeugende Stimmen tragen durch die über 15-stündige Road Novel »Lincoln Highway« von Amor Towles. Eine davon gehört dem Schauspieler und Sprecher Julian Greis, der mit seiner wilden Figur einen Heidenspaß gehabt hat. Im Interview spricht er über die Vorzüge dieses Romans und sein Leben vor und hinter den Texten.
WeiterlesenNomen und Körper werden gebeugt
Senthuran Varatharajah erzählt in »Rot (Hunger)« von der verzehrenden Kraft der Liebe. Sein die Grenzen der Sprache vermessender Text ist nicht nur der im besten Sinne gewagteste Roman des Jahres, sondern ein bleibender Solitär in der deutschen Literatur.
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